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Doppelkopf kennenlernen

Vier Spieler, zwei Paare, 48 Karten – und am Anfang weiß niemand genau, wer mit wem spielt. Hier erfahren Sie, was Doppelkopf ausmacht, woher das Spiel kommt und wie Sie es lernen.

Was ist Doppelkopf?

Doppelkopf ist ein Stichspiel für vier Personen. Gespielt wird mit 48 Karten – jede Karte gibt es zweimal, daher der „Doppel“ im Namen. Mehr als die Hälfte der Karten sind Trumpf, an der Spitze die beiden Herz-Zehnen („Dullen“), dann die Damen und Buben.

In einem normalen Spiel bilden die beiden Spieler mit den Kreuz-Damen die Partei „Re“, die anderen beiden die Partei „Kontra“. Wer zu wem gehört, verrät zu Beginn niemand – das zeigt sich erst im Lauf des Spiels. Gewonnen hat Re mit mindestens 121 der 240 Augen – Kontra genügen 120.

Und der Name? Ein „Doppelkopf“ ist ein Stich mit mindestens 40 Augen – also vier „Volle“: Asse und Zehnen, beliebig gemischt.

Was den Reiz ausmacht

Die Suche nach dem Partner

Mit jedem Spiel wechseln die Paare. Wer spielt mit mir? Aufmerksamkeit, Schlussfolgern und ein Gespür für die Mitspieler entscheiden mit – Glück allein reicht nicht.

Viele Spielarten

Neben dem normalen Spiel gibt es Soli, bei denen einer gegen drei spielt, Hochzeiten und Ansagen wie „Re“, „Kontra“ oder „keine 90“. So wird kein Spiel wie das andere.

Gesellig oder sportlich

Die einen schätzen die gesellige Runde am Küchentisch, die anderen den Wettkampf bei Turnieren und Meisterschaften. Doppelkopf bietet beides.

Schnell gelernt

Die Grundregeln sind an einem Abend erklärt. Wie bei jedem guten Spiel braucht es dann etwas Erfahrung, um es wirklich zu beherrschen.

Warum Turnierregeln?

Ohne Neunen oder mit, mit „Schweinen“, Armut oder Pflichtsolo: Kaum ein Kartenspiel wird von Runde zu Runde so unterschiedlich gespielt wie Doppelkopf. Wer sich an einen fremden Tisch setzt, muss sich deshalb meist erst über die Regeln einigen.

Mit seiner Gründung 1982 hat der DDV ein einheitliches Regelwerk geschaffen. Wer nach den DDV-Turnierspielregeln spielt, findet deutschlandweit Mitspieler, Vereine und Turniere – und überall die gleichen Regeln.

Zu den Turnierspielregeln →

Doppelkopf lernen

  • Im Verein: Fast jeder Verein bietet Übungsrunden an, in denen Sie das Spiel in Ruhe lernen können. Gäste sind überall willkommen.
  • Kurzregeln: Die wichtigsten Regeln auf einen Blick – Kurzregeln als PDF. Die vollständigen Turnierspielregeln stehen unter Regeln & Ordnungen.
  • Zum Nachlesen: Im Service finden Sie Einführungen für Einsteiger und Fortgeschrittene.
  • Für Fortgeschrittene: Turnierspieler orientieren sich meist am „Essener System“ – einer Sammlung von Spielzügen und Absprachen, die auf Logik beruht.
  • Online: Wer erst einmal ohne Verein ausprobieren möchte, kann am Online-Wettbewerb teilnehmen.
  • Für die erste Runde: Spielkarten, Aufschreibblöcke und Kartenhüllen gibt es im Doko-Shop des Verbands.

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Zum Service →

Eine kurze Geschichte des Doppelkopfs

Lange hieß es, Doppelkopf sei um 1900 aus dem wendischen Schafkopf entstanden oder erst unter Soldaten im Ersten Weltkrieg aufgekommen. Neuere Forschung des Spielehistorikers Paul Eaton zeigt: Das Spiel ist mindestens ein Jahrhundert älter.

  • Spätes 18. Jahrhundert: In Sachsen, vor allem in Leipzig, ist das Kartenspiel Schafkopf weit verbreitet – der gemeinsame Vorfahr von Doppelkopf und dem bayerischen Schafkopf.
  • 1811: Paul Hammer beschreibt schon Schafkopf-Varianten mit zwei Kartenpaketen – eine Art „Ur-Doppelkopf“, noch mit festen Partnern und meist um eine Runde Bier gespielt.
  • 19. Jahrhundert: Das Spiel wandert nach Norddeutschland und heißt dort „Doppelschafkopf“. 1895 taucht im Brockhaus erstmals der Name „Doppelkopf“ auf.
  • Um 1899: Erich Walther veröffentlicht die ersten Regeln des modernen Doppelkopfs: Die Besitzer der beiden Eichel-Ober (heute: Kreuz-Damen) bilden ein Paar, ohne sich zu verraten; dazu kommen Hochzeit und Soli.
  • 1914 bis 1940er Jahre: Im Ersten Weltkrieg wird Doppelkopf unter Soldaten sehr beliebt und verbreitet sich nach Westen und Süden – an Rhein, Ruhr und Main. In den 1920er und 1930er Jahren kommen französisches Blatt, Fuchs, Armut, Kontra, die Dullen und der „Karlchen“ hinzu. 1941 fasst der Militärarzt Karl Klinke alles in einem Regelbüchlein zusammen – „Doppelkopf, das Spiel der Soldaten und aller Kartenfreunde“.
  • 1982: Gründung des Deutschen Doppelkopf-Verbands und einheitliche Turnierspielregeln.

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